Taupo Part I

Gestern war dann offiziell Chilltag. Wir waren vom Vorabend schon so im Ruhemodus, dss wir nur schwer aus den Federn zu bekommen waren. Außerdem ist es uns ja hier nur selten vergönnt, einen Morgen mal richtig ruhig angehen zu lassen, da man im Allgemeinen bis spätestens um 10 Uhr aus den Hostels ausgecheckt haben muss – ich berichtete.

Hier hatten wir jedenfalls erstmal für zwei Nächte gebucht und machten unseren Donnerstag kurzerhand zum Sonntag. Wir blieben bis 11 Uhr im Bett und hörten Musik, und da wir bei dem Gedanken an das immer wiederkehrende Nutellatoast einen ernstzunehmenden Brechreiz bekamen, entschieden wir, uns einfach eine Windjacke über unsere Schlafanzüge zu werfen und hundert Meter zu unserem alten Ferund und Helfer, dem McDonald`s, zu laufen. Der hat hier dem Himmel sei Dank auch ein McCafé, und so gab es Hühnersandwich und Milchkaffee zum Mitnehmen. Dieses einzigartige Mahl wurde standesgemäß in Jogginghose auf dem Bett sitzend verzehrt, meine Schwester würde sagen: Weil wir es konnten. Um 12:45 Uhr entschieden wir dann, dass genug herumgelungert worden war, und da entgegen der allgemeinen Wettervorhersage die Sonne schien, nahmen wir uns vor, uns mal die Huka Falls drei Kilometer vor Taupo anzugucken. Also ging es los, Morgentoilette, Jogginghose und Schlafanzug wurden gegen das obligatorische Jerseykleid getauscht, die Haare zu einem Knoten zusammengetüdelt und ab durch die Mitte.

Fünf Minuten später standen wir auf dem Parkplatz bei den Wasserfällen, bei bestem Wetter, und machten uns auf den Weg. Und da waren sie dann. Ein krasses Schauspiel. Die Wasserfälle selbst sind gar nicht sonderlich groß oder breit oder ähnliches, aber es sieht trotzdem atemberaubend aus. Warum? Nun, aus irgendeinem naturwissenschaftlich sicher hervoragend erklärbaren Grund schießen riesige Massen eisblaueb Wassers duch eine enge Felsschlucht, die sich durch de allgegenwärtigen, grünen Wald aus Palmen, Tannen und Farnen zieht. Das ist schonmal farblich der Hammer, aber es ist auch mindestens genau so beeindruckend zu sehen, welche Kräfte da walten. Hinter diesem Strom ist ein unheimlicher Druck, da brodet, gurgelt und rauscht es ganz gewaltig, das ganze Wasser ist aufgewühlt und frisst sich seinen Weg durch den Stein. Und am Ende der eng stehenden Felswände schießt das Wasser dann in einen Wasserfall und mündet in einem ebenfalls eisblauen See. Das gucktman sich an und weiß nicht so recht, ob man sich freuen oder Angst haben soll, denn wenn man da drin landet ist ganz siher Sense, liebe Freunde. Offensichtlich sind auch schon so einige Maori, bei dem versuch, diesen Strom mit dem Kanu zu befahren, umgekommen. Glaube ich gerne, ich glaube, wer einmal unter diese gewaltigen Wassermassen gerät kommt da so schnell nicht wieder raus.
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Anne und ich standen da also und guckten uns an, was das Wasser da so fabrizierte. Wie schonmal erwähnt könnte ich das ja stundenlang tun, einfach da stehen und bewegtem Wasser zugucken. Irgendwann machten wir uns aber auf den Rückweg, ich nehm noch ein paar Postkarten mit und wir fuhren zurück in die Stadt.
Da hatten wir einen Plan: Nagelstudio finden. Denn wenn Chilltag, dann richtig bitte! Wir wuren schließlich fündig und bekamen auch einen Termin in nur einer Stunde. Mittlerweile war es zwei Uhr nachmittags und um die Zeit totzuschlagen, begaben wir uns zur Touristeninformation um die nuns bevorstehenden, letzten Tage auf Neuseelands Nordinsel zu planen. Anne wird sich morgen das Tongariro Crossing vornehmen, eine etwa achtstündge Waderung über eine Vulkankette. Das machen hier sehr viele, soll auch wirklich toll sein, aber da auf so Vulkanen kein Halm wächst und man mit dreißig Grad und Sonne von oben rechnen muss, habe ich das mal abgewählt. Ich werde stattdessen morgen den Bus nach Wellington nehmen und mich meinem Essay für die Uni widmen, Anne und ich treffen uns dann abends wieder in der Stadt. Das wurde jedenfalls alles geplant, ich buchte meinen Bus, Anne ihren Shuttle und eine Stunde später saßen wir uim Nagelstudio und hatten alles wichtige erledigt. Auch ein sehr angenehmes Gefühl.
Wir ließen es uns also gut gehen (für wenig Geld, wir hatten extra darauf geachtet, dass wir aus dem breiten Angebot an Nagelstudios eines auswählen welches überwiegend junge Asiatinnen beschäftigt) und erzählten uns gegenseitig eineinhalb Stunden von Gott und der Welt, während usere geschundenen Backpackerhändchen eine Generalüberholung bekamen.
Als wir das Nagelstudio verließen war auch schon wieder Abendbrotszeit. Ging schnell, ne? Wir hatten unseren Tag ja auch reichlich spät begonnen. Ich holte also schnell ein bisschen Sushi und Anne asiatische Nudeln, beides wurde wieder im Hostelbett verzehrt, daran waren wir ja mittlerweile schon gewöhnt.
Langsam trudelten unsere Mitbewohner für die Nacht ein, zwei Belgier und ein Pärchen, das ich nicht einmal habe reden hören und dessen Nationalität daher eher schwer zu determinieren war. Einer der Belgier konnte aber Deutsch, und freute sich sichtlich darüber, seine Sprachkenntnisse wieder auffrischen zu können. So unterhielten wir uns ein Stündchen, und ich muss sagen: Man trifft schon spannende Leute. Dieser Belgier zum Beispiel hat einen Master in französischer und italienischer Literatur und Linguistik, ist 24 Jahre alt und unterrichtet an einer Universität Shanghai eben jene Fächer. Nicht schlecht, ne? Seine vier Wochen Jahresurlaub verbringt er eben gerade in Neuseeland. Ist von Shanghai aus ja auch nicht ganz so weit.
Tja, das wars dann auch schon wieder mit dem gestrigen Tag. Ich hoffe, dass bei euch alles paletti ist und freue mich, von euch zu hören!
Alles Liebe,
Klara

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