Maunganui & Hobbiton

Nach einer eher unruhigen Nacht, akustisch begleitet von der regen Flatulenz des älteren Herrens der unter Anne schlief, machten wir uns auf zum Mount Maunganui. Der war nicht unweit vom Hostel gelegen und sah etwas bedrohlich aus, als wir so drauf zufuhren – vor allem eben bei dem Gedanken daran, dass ich da gleich hoch laufen sollte. Die Sonne schien schon wieder bei 30 Grad und es schien kein Lütchen zu gehen, obwohl ir uns ziemlich mitten im Meer befanden. Nun gut. Die Blöße, es nicht einmal zu versuchen, wollte ich mir dann auch nicht geben, und wie mir berihtet wurde sollte der Aufstieg auch gar nicht SO schlimm sein. Ha. Ha. Ha.
Während Anne fröhlich vor mir her tänzelte wie ein junges Reh im Frühling, taumelte ich grazil wie ein Kamel mit Hüftschaden mit etwa zehn Meter Abstand hinter ihr her. Ich war komplett nass,meine Haare standen zu allen Seiten ab, und Anne war gezwungen, in regelmäßogen Abständen auf mich zu warten, weil ich einfach nicht mehr in der Lage war, mich weiter vorwärts zu bewegen. Meinen persönlichen Tiefpunkt hatte ich erreicht, als mit eine etwa Achzigjährige entgegenjoggte (!), mich ansah, sich zu ihrer Freundin umdrehte und laut rief: `See? She is still young and has already got jelly legs!` (Siehst du? Die ist noch jung und hat jetzt schon weiche Beine!) Großartig. Das war etwa auf der Hälfte des Weges. Und fragt mich nicht wie, aber irgendwie war ich dann zwanzig Minuten später auf der Spitze angekommen.
Ich hatte mehrere innerliche Dramen durchlebt, als es endlich aufhörte, mit 40% Gefälle bergan zu gehen. Ich glaube, ich habe mich noch nie zuvor so über einen Ausblick gefreut. Was mir immer noch zudenken gab waren die ganzen Jogger, die bei diesen Saunatemperaturen diesen blöden Berg hoch und wieder runter liefen. LIEFEN. Aber man soll sich ja bekanntlich nicht mit anderen vergleichen, macht unglücklich, hab ich gehört. Ich war jedenfalls heilfroh, als ich den Fuß des Berges und die dort moniterte Trinkwasserquelle wieder erreicht hatte. Wir besorgten uns als Belohnung einen Eiskaffee und machten uns auf zum nächsten Stop: Hobbiton.
Hobbiton ist auch wieder, wie so vieles hier, sehr eindeutig benannt. Es handelt sich dabei nämlich um das Fimlset für die Filme der Hobbit-Filmreihe, und da eben um das Dorf, wo die Hobbits leben. Wir hatten zunächst etwas Sorge, dass es überfüllt sein lkönnte, kamen aber um 13:16 Uhr an und bekamen noch zwei Plätze in der Führung für 13:30 Uhr. Man kommt da leider nur mit eier geführten Gruppe rein, da es sich um ein Privatgrundstück handelt. EIN PRIVATGRUNDSTÜCK. Wo ist denn der Hollywoodregisseur der auf MEINEM Grundstück einen Milliardenblockbuster drehen will, hm? Die Besitzer müssen sichdaran aber SO ein gewaltes goldenes Näschen verdienen, da wird mir ganz schwindelig, wenn ich nur dran denke. Moment mal. Ich hab gar kein Grundstück. Aber ein schönes Gesicht! Warum will daraus keiner einen Kinoflim machen? Hallo? Peter Jackson? Steven Spielberg vielleicht? Wenn ihr fdas lest: Ich bin hier. Kostet auch nur fünfhundertmillionen Euro. Ein Schnäppchen sozusagen!
Die Führung ging los, und ich war von Anfang an hin und weg. SO niedlich, mit SO viel Liebe zum Detail gemacht und so originalgetreu, das war wirklich schön anzusehen. Besinders cool waren die Geschichten dazu: Da steht ein Baum der extra in 15 Teilen importiert wurde, ein anderer, der komplett aus Einem Stahlgestänge, Silikon und handgenähten Stoffblättern besteht, es wurden Schafe aus England eingeflogen, weil die neuseeländischen Schafe nicht schafig genug aussahen, da wurden Sonnenaufgänge rückwärts gedreht und als Untergänge verkauft und so weiter und so fort. Schon kras, was da für ein Aufwand betrieben wird. Am Ende der Führung gab es noch originales Hobbitbier, Anne durfte das leider nicht trinken, die sollte uns ja noch zum ostel fahren, aber ich gönnte mir das natürlich. Und da ich seit Wochen keinen Alkohol mehr getrunken hatte, seit dem Frühstück nichts mehr essen konnte und die Außentemperatur 30 Grad betrug ging es mir im Anschluss entsprechend gut. Hat meinem Tag jetzt aber nicht unbedingt geschadet. Schlussendlich wurden wir alle nochmal durch den Shop geschleust, ich besorgte mir noch das obligatorische Mittagssandwich und wir fuhren, glücklich und zufrieden, los nach Rotorua.
War ich dankbar, als ich mich endlich auf mein Bett im Hostel legen konnte! Nach all der Sonneneinstrahlung den ganzen Tag über hatte mein Schädelknochen einen Innendruck von etwa drei Bar und ich hatte das Gefühl er würde umgehend in 1000 Teile zerbersten, wenn er mit irgendetwas anderem als einem weichen Daunenkissen in Kontakt kommen würde.
Nachdem sich dieser akute zustand wieder etwas beruhigt hatte mahcten Anne und ich uns noch ein letztes Mal auf, unseren Gelüsten nach Vitaminen folgend (ja, sowas bekommt man hier, vor allem wenn Weißmehlprodukte das Fundament der Ernährungspyramide darstellen) in den nahe gelegenen Supermarkt und kauften Äpfel und Pfirsiche. Mir hat selten ein Apfel so gut geschmeckt wieder am gestrigen Abend. Mehr ist dann auch nicht mehr passiert, und nach einer Dusche und viel guter Musik auf den Ohren schlief ich irgendwann, völlig erschöpft, ein.
Alles Liebe,
Klara

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