Haifa: Vom Glück verfolgt

Jaaa, sie lebt noch! Nach zwei Wochen melde ich mich endlich mal wieder. Für alle, die sich um mich gesorgt haben: Danke danke, es freut mich sehr zu wissen, dass es irgendjemandem auffallen würde, sollte ich einer Autobombe zum Opfer fallen. Noch ist es jedoch nicht dazu gekommen, und ich turne nach wie vor fit und fröhlich durch den nahen Osten.

Es ist auch gar nicht so, als hätte ich euch in den verganenen Wochen nichts zu erzählen gehabt, ganz im Gegenteil. Aber irgendwie will manchmal einfach kein Blogpost draus werden. Ich habe mich in den vergangenen Tagen oft gefragt, warum das manchmal so ist, und heute endlich die Antwort gefunden. Warm ausgerechnet heute? Weil ich heute seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder alleine unterwegs war. Ganz. Alleine. Und ich musste mir eingestehen, dass mich das allein Reisen eben am meisten Bereichert. Wenn man sich auf nichts als sich selbst und seine Umgebung konzentriert, fällt es am Ende eben leichter, seine Erlebnisse in Worte zu fassen. Deshalb hier quasi taufrisch mein Bericht vom heutigen Tage, ich war in Haifa. Und das kam so.

Montags habe ich genau zwei Vorlesungen. Eine sehr spannend, eine zwar interessant, aber nicht so wahnsinnig fesselnd. Bereits in der letzten Woche war die spannende Vorlesung für heute abgesagt worden, und da die Professorin der weniger spannenden Veranstaltung sowieso nie checkt, wer eigentlich anwesend ist und wer nicht, dachte ich, ich nutze die Gunst der Stunde und verschwinde mal wieder. Alleine. Wie in den guten, alten Zeiten. Städtetrip mit mir selbst. Gedacht, gesagt, getan.

Heute morgen rüttelte mich Adar in gewohnter Manier um sieben Uhr Morgens aus dem Bett. In seine Decke gewickelt und mit verschlafenen Augen stand er vor mir, tippte mir auf die Schulter, und fügte jedem Piekser eine Silbe bei: „Gu-ten Mor-gen mein Schatz!“ sprach er in seinem so witzig hebräischen Akzent, und ich machte die Augen auf.

„Boker tov JaKiri!“ („Guten Morgen mein Lieber!“) sagte ich so, wie ich es jeden Morgen tue, und rollte mich nochmal auf die Seite, als Adar meine Zimmertür wieder hinter sich geschlossen hatte. Um halb acht stand ich auf, denn ich hatte ja noch was vor.

Frisch angezogen und gewaschen stellte ich mich zu Adar in die Küche und half ihm dabei, seinen Haferbrei nicht anbrennen zu lassen. Anstatt ihm jeden Morgen Frühstück zu kochen, habe ich Adar kürzlich gezeigt, wie er selbst einen leckeren Haferbrei produzieren kann, und mir damit selbst den größten Gefallen getan. Jetzt ist zwar jeden Morgen mein Haferbreitopf dreckig, aber irgendeinen Tod muss man ja sterben.

Wir tranken wie immer zusammen unseren Kaffee und aßen unser Frühstück, kleines Ritual in der Chaos-WG. Smalltalk. Für heute war den ganzen Tag lang Regen in Haifa angesagt. Nicht gerade die beste Voraussetzung für einen Ausflug in die Stadt, aber ich wollte mir davon meine Pläne nicht vermiesen lassen.

„Sag mal Adar, gibt es in Israel eigentlich Gewitter?“

Ich hatte bisher noch keines gesehen.

„Ja natürlich!“

„Wann denn?“

„Wenn du Glück hast, gibt es vielleicht bald eins.“

„Hoffentlich.“

„Bestimmt.“

Das hatte das Universum vernommen. Wusste ich zu diesem Zeitpunkt nur noch nicht.

Um neun Uhr ließ ich ich auf den Beifahrersitz von Adars kleinem, cremeweißen Fiat 500 fallen und schaltete das Radio ein. Merkel sprach gerade über die gescheiterten Koalitionsverhandlungen. „Da sitzt man irgendwo in der südwestasiatischen Wüste und wird Deutschland doch nicht los!“ dachte ich. Adar ließ den Radiobeitrag unkommentiert. War auch nicht so sein Spezialgebiet.

Einige Minuten später setzte er mich am Bahnhof von Herzliya ab. Ich hätte auch einen Bus nehmen können, aber dann hätte ich 1. Merkel verpasst und 2. wäre es nicht so bequem gewesen. Also WG-Taxi.

Heute sollte ich zum ersten Mal in Israel Zug fahren, und ich war gespannt, wie das wohl so werden würde. Bahn fahren ist, wie ich feststellen durfte, in jedem Land der Welt eine Wissenschaft für sich, und die israelische Welt sollte sich mir heute bestenfalls erschließen. Ich ging zum Schalter, kaufte bei der freundlichen Beamtin ein Ticket nach Haifa und wieder zurück, die Bahnverbindung musste ich mir allerdings selber raussuchen. Das ist hier dank modernster Technik nun wahrlich kein Problem, dafür gibt es eine App, die einem nicht nur sagt, wohin man laufen muss, sondern einen auch durch die Kopfhörer freundlich daran erinnert, dass man beim nächsten Stopp doch gut daran täte, das Fahrzeug zu verlassen. Oder so ähnlich.

Ich testete das Bahnhofsklo. Tip top sauber. Ich kaufte einen Kaffee. Heiß, lecker, Sojamilch kein Problem. Ich durchschritt die Unterführung zu den Gleisen. Kein Uringeruch. Ganz anders als zu Hause, irgendwie so – angenehm. Am Gleis angekommen suchte ich mir eine Bank in der Sonne, schlürfte meinen Kaffee und wartete auf meinen Zug, welcher AUF DIE MINUTE PÜNKTLICH vor mir zum Stehen kam. Ich wusste gar nicht so recht, wie mir geschah. Wie ferngesteuert und mit einem leicht debilen Lächeln auf den Lippen schwebte ich in den Waggon, suchte mir im leeren und vor Reinlichkeit glänzenden Abteil einen gut gepolsterten Sitz und grinste aus dem Fenster. Als sich mein Handy dann auch noch automatisch mit dem kostenlosen W-Lan im Zug verband, wusste ich nicht so recht, ob ich aufgrund akuter Reizüberflutung nicht sofort in einen hysterischen Heulkrampf ausbrechen würde. Tat ich nicht. Aber viel fehlte nicht mehr.

Nach einem reibungslosen Umstieg in Benyamina kam ich etwas über eine Stunde später in Haifa an. Haifa ist die drittgrößte Stadt in Israel und glänzt mit einem echten Standortvorteil: Ihre Häuser sind an einen Berghang am Meer gebaut. Das macht das Erlaufen einiger Stadtteile zwar schwierig, vor allem in israelischer Sonne, sorgt aber gleichzeitig für einen einzigartigen Meerblick aus quasi jeder Ecke. Ich suchte mir einen Bus und ließ mich den Berg hinauf zum oberen Ende der Hängenden Gärten der Bahai fahren. Dort startete um 12:00 Uhr die einzige englische Führung des Tages, und die wollte ich nicht verpassen.

Als ich da so im Bus saß und die Aussicht genoss – Straßen voller Menschen, historische Gebäude, Palmen, am Horizont das türkisblaue Meer – vibriterte mein Handy. E-Mail von der Uni, zum heutigen Kurs, den ich bewusst schwänzte. Mir wurde kurz warm. Auf dem Bildschirm stand folgender Satz:

Dear students,

The lesson today is cancelled.

Sincerely,

Faculty Administration

Ääh. Ja nee, is klar. Der Kurs fällt aus. DER KURS FÄLLT AUS. An dem EINEN Tag, an dem ich mich entscheide, EINMAL für eine Solotour zu schwänzen, fällt der Kurs aus. Einfach so. Weil er ausfällt. Sicher.

Wer da noch an Zufall glaubt, dem ist ja wirklich nicht mehr zu helfen.

Ich sprach innerlich einen kurzen Dank und freute mich jetzt doppelt auf die vor mir liegenden Stunden.

An den Gärten angekommen reihte ich mich in eine Schlange aus Touristen ein, die aus demselben Grund dort waren wie ich. Das Bahaitum ist eine weltweit verbreitete Religion mit rund acht Millionen Anhängern und stammt ursprünglich aus dem Iran. Die Hängenden Gärten in Haifa sind das Bahai-Weltzentrum, wurden ausschließlich aus Spendengeldern der Anhänger finanziert und werden ebenfalls druch Spenden instand gehalten.

Kurze Preisangabe:

Kosten der Anlage: 250 Millionen US$

Instandhaltung pro Jahr: 2-3 Millionen US$

Ja, da muss man seine Religion schon sehr lieben. Oder viel Geld haben. Oder beides. Jedenfalls lässt sich mit diesen Mitteln schon was schickes bauen, demensprechend überraschte es mich wenig, dass ich bei der Besichtigung eine perfekt symmetrische, ruhige, gepflegte und geradlinige Gartenanlage vorfand.

Die Gärten darf man als Nicht-Bahai lediglich in Begleitung eines Tourguides und im Rahmen einer offiziellen Führung betreten. Deshalb fand ich mich, obwohl ich absolut kein Fan von sowas bin, bald in einer vierzig Mann starken Gruppe aus deutschen Ehepaaren mit Tennissocken in Jack Wolfskin Sandalen, übergewichtigen Russen mit Goldkettchen und mittsechziger Engländerinnen mit überdimensionierten Strohhüten wieder. Beste Gesellschaft für klein Klara. Dementsprechend folgte ich dem Thema des heutigen Tages, sprach mit absolut niemandem, lauschte stattdessen dem Tourguide und machte Fotos. Hier. Diese.

Nach einer dreiviertel Stunde war die Führung vorbei und ich wie immer auf der Suche nach einem Klo. Ich wurde fündig, die Bahai hatten offenbar mitgedacht, sehr sympathisch. An dieser Stelle möchte ich übrigens mal anbringen, dass sich ebenfalls in jeder Synagoge Toiletten befinden, ich in so manchem Gottesdienst in Deutschland allerdings kurz davor stand, mich zwischen Gotteshaus und Grabsteinen zu erleichtern. Habe ich natürlich nie getan (die Geschichte in St. Petersburg hat mich doch nachhaltig traumatisiert), doch hätte meine Moral sich nicht eingeschaltet, hätte ich für nichts mehr garantieren können. Eigentlich will ich nur sagen: Ich plädiere hiermit für mehr stille Örtchen in Gotteshäusern. So. Das war mir so wichtig, dass ich diesem Thema hiermit einen ganzen Tetabschnitt gewidmet habe. Das will ja schon was heißen.

Da ich ohne Führung und ohne Tourguide nicht länger in den Gärten verweilen durfte, machte ich mich auf zur deutschen Kolonie. Im 19. Jahrhindert haben die Templer hier eine Siedlung errichtet, mit steinernen Bauten, die heute etwas fehl am Platz wirken, und über deren Türen auch jetzt noch deutsche Bibelzitate zu lesen sind. Ich muss schon sagen, wenn man so durch Israel spaziert und in einer deutschen Sielung an einem Haus „Bis hierhin hat der Herr geholfen.“ liest, wird einem doch ein bisschen komisch. Irgendwie fühlt sich das alles an, als sollte es hier nicht sein. Vielleicht versteht der ein oder andere von euch, dass ich dabei ein seltsames Gefühl im Bauch habe. Schön anzusehen ist das Ganze trotzdem. Und die Touristeninformation liegt ebenfalls dort. Das wusste ich vorher nicht, aber als ich plötzlich vor dem Schild stand, dachte ich, es könne ja nicht schaden, einfach mal vorbeizuschauen.

Ich war die einzige Kundin. Montag Mittag um 1 ist wohl nicht so die Hochzeit des Toursismus, weshalb sich die nette, ältere Dame mit der dicken Brille hinterm Schalter extra viel Zeit für mich nahm. Sie erklärte mir mit einer Engelsgeduld, wie ich den Rest meines Tages in Haifa gestalten könne (es war ein Uhr und mein Plan – Gärten der Bahai und deutsche Kolonie – war bereits erschöpft). Sie fragte, was mich so interessierte, und schwupps waren das Museum für moderne Kunst und der Lebensmittelmarkt auf meinem Plan verzeichnet. Fröhlich verließ ich das kleine Büro und suchte mir zur Feier meines personalisierten Stadtplanes erstmal was zu Essen. Gut, der Grund war natürlich auch, dass ich langsam wirklich Hunger bekam. Aber feiern klingt besser. Im Übrigen schien noch immer die Sonne. Kein Bisschen Regen in Sicht.

Fünfzig Meter weiter fand sich natürlich ein Restaurant mit veganer Speisekarte, ich bestellte vegane Käsenudeln, bekam vegane Käsenudeln, und musste kurz mein Notizbuch zur Hand nehmen, um zu notieren, was hier eigentlich gerade passierte:

Habe trotz schrecklicher Wettervorhersage Solotrip geplant, war dafür bereit gewesen, Uni zu schwänzen. Die Vorlesung wird abgesagt, die Sonne scheint. Ich bin die einzige Kundin in der Toursiteninformation, finde so ein Museum für moderne Kunst. Laufe zufällig an einem Restaurant vorbei, in dem es vegane Käsenudeln gibt. Wenn mich heute ein Auto überfährt, dann war es das wert.

Und die folgende Geschichte könnt ihr mir glauben oder eben nicht, aber während ich diese Zeilen schrieb, kackte mir ein Vogel auf den Arm. Ich lasse das mal so stehen. Das kann jetzt jeder für sich selbst interpretieren.

Frisch gestärkt wanderte ich weiter zum Kunstmuseum Haifa. Meine Erwartungen waren nicht besonders hoch, an Orten, die nicht zufällig Weltmetropolen oder Kunsthochburgen sind, ist die Verfügbarkeit guter Kunst und vor allem guter Kuratoren doch oft stark eingeschränkt, was sich eben in den jeweiligen Ausstellungen niederschlägt. Nicht so in Haifa. Hier steppt der Bär.

Ich weiß wirklich nicht, ob es daran lag, dass ich nichts erwartet hatte, oder daran, dass die Kunst wirklich einmalig gut war, aber die Ausstellungsräume faszinierten mich ganz gewaltig. Da stand ganz eindeutig Kritik an Politik und Gesellschaft an erster Stelle, und auch, wenn ich weiß, dass das lange nicht alles ist, was Kunst können muss, fand ich das hier in Israel super interessant. Vor allem, als es um die Flüchtlingskrise in Europa ging – da schossen mir doch so einige Gedanken durch den Kopf.

Der aggressive Taxifahrer, der letztens zu mir gesagt hat: „Ihr seid total dumm, ihr Deutschen, echt mal, lasst die ganzen Araber rein, da muss man sich nicht wundern, wenn bei euch die Städte explodieren. Was? Du hast nichts gegen Syrer? Super! Ganz toll! Dann nimm doch bitte unsere Araber gleich mit!“ suchte in meinem Kopf noch nach einem Gegenpol, und fand ihn heute in der Ausstellug in Haifa.

Doch auch andere Themen wurden verarbeitet. Homosexualität, die Rechte der Frau, Religionsfreiheit, die ständige Kriegszustand Israels, und natürlich durfte auch eine Hommage an Hitler nicht fehlen. Da war alles dabei, und ich war mitten drin, schaute an, dachte nach, und war mal wieder hoch zufrieden damit, dass ich hier gelandet war. Nach 100 Minuten komplimentierte mich die nette Museumsangestellte hinaus. „Wir schließen jetzt.“ Also ging ich. Setzte mich draußen auf eine Mauer, und schaute ein bisschen auf meine baumelnden Füße, bis ich weitergehen wollte.

Haifas Straßen waren voll mit Russen und Katzen. Tal, der einstmals in Haifa gewohnt hatte und dem ich diese Beobachtung via Textnachricht schildete, sah darin einen Kausalzusammenhang: Alte, russische Damen füttern Katzen (das hatte auch ich bereits feststellen dürfen), das heißt je mehr Russen, desto mehr Katzen. Diese Logik leuchtete mir ein. Trotzdem fühlte ich mich ein wenig als wäre ich in des Kremels Real-Life-Antwort auf Aristocats gelandet.

Läden mit grellen Leuchtreklamen säumten die Straße, boten Kleidung aus Kunststoff, gefälschte Elektronik und russische Köstlichkeiten an. Ich genoss dieses Spektakel, gab es doch an jeder Ecke eine neue Kuriosität zu sehen. Irgendwann erreichte ich den Food Market. Und der ist ja für mich sowieso immer ein Highlight.

Ich zog durch die Gassen, vorbei an hoch gestapeltem, frischem Obst und Gemüse, allerlei Nüssen, Gewürzen und getrockneten Früchten, kaufte meinen Lieblingssnack geröstete Kichererbsen und freute mich am Anblick der vielen kleinen, russischen Omas, die mit ihren Plastikbeuteln und Handwägelchen das Essen für die kommende Woche besorgten.

Plötzlich stand ich vor einem Laden, der irgendwie viel netter aussah als all die anderen. Ohne groß darüber nachzudenken, ging ich einfach mal rein. Gute Entscheidung.

Irgendwie hatte ich in der drittgrößten Stadt Israels ungewollt einen rein veganen Lebensmittelladen aufgetan. Die Besitzerin trug eine freche Kurzhaarfrisur, ein geringeltes Shirt und eine zu große Latzhose, war aufgeweckt und witzig. Ich fragte nach allem, was ich bisher in Israel nicht hatte finden können (Hefeflocken, Seidentofu, Kokosjoghurt) und sie zauberte ausnahmslos alles aus ihren Regalen hervor. Ich kostete ihren selbst gemachten, veganen Käse, den Rührtofu, das geröstete Gemüse, den frischen Saft, und bat freundlich um ein Sandwich, einmal mit allem (außer dem Saft).

Für 15 Schekel (3,75 €) hatte ich gerade das bestmögliche Abendessen aufgetan. Zum Schluss ließ ich ie nette Frau meine Trinkflasche nochmal mit Leitungswasser befüllen und verabschiedete mich auf die mittlerweile dunklen Straßen Haifas. Da begann es zu regnen.

Ich hatte keinen Schirm, doch das juckte mich herzlich wenig. Ich hatte genug gesehen, genug erlebt, war müde und glücklich und bereit, die Heimreise anzutreten. Mit dem nächstbesten Bus fuhr ich zum Bahnhof, noch einmal vorbei an den Gärten der Bahai, die jetzt wunderschön beleuchtet waren. So im kühlen Regen und bei nächtlicher Beleuchtung kam beinahe Weihnachtsstimmung in mir auf.

Als ich kurze Zeit später am Gleis saß und auf meinen Zug wartete, begann es nicht mehr nur zu regnen, sondern zu blitzen. Und dann zu donnern. Gewitter. Das hatte gerade noch gefehlt.

Notizbuch raus, folgender Nachtrag:

Die Ausstellung im Kunstmuseum ist viel besser als erwartet. Durch Zufall finde ich den einzigen veganen Laden der Stadt, die Besitzerin ist nett, ich bekomme das perfekte Abendessen. Zum Abschied Weihnachtsstimmung und das Gewitter, welches ich mich gerade heute morgen gewüscht habe. Wenn jetzt der Zug entgleist, war es das wert. 

Zufrieden packte ich mein Sandwich aus und mümmelte an Käse, Rührtofu und Vollkornbrot, bis mein Zug – pünktlich auf die Minute – vor mir zum Stehen kam.

Jetzt bin ich wieder zu Hause. Die gerösteten Kichererbsen habe ich auch aufgegessen. Und schlafen werde ich heute Nacht ganz sicher hervorragend gut.

4 Kommentare

  1. Muddi sagt: Antworten

    Kann das Fehlen sanitärer Anlagen in deutschen Kirchen vielleicht an ihrem Erbauungszeitpunkt liegen? Sind die Synagogen in Israel erst nach Staatgründung dort errichtet worden und daher moderner? Fragen über Fragen. Wieder in sehr interessanter Beitrag. Again what learned, wie die Muddi gern sagt. Kussi

  2. Inge sagt: Antworten

    Ich erinnere mich gut an die Bahaigärten und Haifa. Obwohl ich den veganen Laden nicht kenne, muss ich nicht zwingend nochmal hin….
    Bis bald
    Inge

  3. Erhard Daberkow sagt: Antworten

    Dein Reisebericht hat mich wieder in den Bann gezogen so gut ist er erzählt. Dazu die wirklich guten Fotos die dazu verführen die Reise träumerisch mit zu erleben. Ich warte schon auf deinen nächsten Bericht. Liebe Grüße Opa

    1. klara sagt: Antworten

      Lieber Opa,
      wie schön, dass du immer so interessiert mitliest, das freut mich riesig, vielen Dank!
      Vielleicht kann ich dir durch die Berichte ein bisschen Israel nach Jatznick schicken, so kannst du quasi von der Kammer aus reisen 😉
      Bis ganz bald, ich denke oft an euch und hab euch lieb,
      Klara

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