Wellington, Picton, Dunedin

Ich gebe zu, ich war in den letzten Tagen ein wenig faul, was das Blogschreiben angeht, und jetzt haenge ich mit der Berichterstattung schon eine gute Woche hinterher. Shame on me. Daher werden in folgendem Post die Rueckreise von Wellington nach Dunedin sowie mein kurzer Besuch bei meinen Kommilitonen kurz zusammengefasst, damit wir uns wieder aktuellen und wichtigen Dingen widmen koennen. Also.
Am naechsten Tage nahmen wir von Wellington aus die Interislander Faehre auf die Suedinsel nach Picton. Die Faehrfahrt war ein Highlight fuer sich. Ich musste mir staendig vor Augen halten, dass es sich um eine Passagierfaehre und nicht um ein Kreuzfahrtschiff handelte. Ich verbrachte drei Stunden auf dem Frontdeck, sah wie uns Gruppen junger Delfine begleiteten, kleine Robben, Albatrosse. Sowas passiert einem eben nicht, wenn man von Warnemuende nach Daenemark uebersetzt. Und die Ankunft an der Suedinsel war auch der Wahnsinn: Man faehrt in einen Sound (sieht aus wie ein Fjord, wurde aber von einem Fluss und nicht von einem Gletscher geformt), links und rechts bewachsene Felswaende, komplet unberuehrte Natur, einfach wunderschoen. Und auf diesem Seeweg kommt man eben direkt nach Picton.
In Picton hatten wir eine Uebernachtung gebucht, denn uns standen zwei Tage voller langer Autofahrten bevor. Erstmal ist festzuhalten, dass Picton eine ausserordentlich schoene kleine Stadt ist. Palmen, die ueblichen, gruen bewachsenen Berge, ein niedlicher Yachthafen und in der Ferne begrenzen blaugraue Felssilhouetten das Meer. Wir hatten bei Ankunft auch leider knapp eine Orkafamilie verpasst, die nur Tage vorher durch den Hafen von Picton geschwommen war. Sowas passiert da immer mal.
Untergebracht waren wir im Atlantis Backpackrs bei einer Frau, die aussah, als haette sie Woodstock nie verlassen. Die Haare standen wirr in alle Richtungen ab, sie nannte uns nur Darling und Good Girl und berichtete davon, wie sie sich mit den Orkas unterhalten hatte, als die mal wieder zu Besuch waren. Ein herzensguter Mensch, wirklich. Ist ja oft so bei Menschen, die man auf den ersten Blick ein bisschen komisch findet.
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Nach unserer Nacht in Picton hatten wir eigentlich geplant, in Kaikoura Whale Whatching zu machen. Als wir dort ankamen, waren aber leider die Wetterbedingungen so schlecht, dass die Chancen, einen Wal zu sehen, im vergleich zu jedem anderen Tag extrem schlecht standen. Nach viel Hin- und Herueberlegen entschlossen wir uns dann, die 130 Dollar irgendwie sinnvoller zu investieren als in ein Himmelfahrtskommando richtung stuermischer See. War zwar schade, so einen Buckelwal haette ich mir schon ganz gerne mal angeguckt, aber es hilft ja alles nichts.
Wir fuhren also weiter, an der Ostkueste entlang, als Anne ploetzlich in einer Parkbucht anhielt, mich anguckte und sagte: „Ich zeig dir mal, warum ich die Suedinsel lieber mag.“ Wir stiegen also aus, kletterten runter zu den Felsen und da sass was? Na? WIll jemand raten? Zwanzig Seehunde. Der naechste etwa zwei Meter von mir entfernt, neben seinem Baby. Hammer. Ich stand also da und starrte diese Seehunde an, ganz begeistert und auch irgendwie fassungslos. Ds verhielt sich hier aehnlich wie mit der Stabheuschrecke oder dem Mondfisch, man kennt das zwar alles aus dem Zoo oder dem Fernsehen, aber wenn einem solche Tiere dann in freier Wildbahn unterkommen ist man doch irgendwie beruehrt. Nachdem ich Anne eine viertel Stunde hatte warten lassen, fuhren wir weiter. Der Tag war sonnig und ich genoss die Landschaft, wir fuhren durch das vom Erdbeben immer noch zerstoerte Christchurch bis nach Ashburton.
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Ashburton ist das letzte Kaff und sollte auch nur eine Schlafmoeglichkeit bieten, da wir sonst 12 Stunden am Stueck im Auto haetten abreissen muessen, und da Anne die einzige von uns beiden ist, die fahren kann, wurde das abgewaehlt.
Unsere Unterkunft war in etwa der schaebigste Holidaypark, der mir bis dato untergekommen war. Voll von Alkoholikern oder Bauarbeitern aus Christchurch, alte Laken, sau dreckige Fussboeden und weder Decken noch Kopfkissen.
Diese Umstaende zwangen mich dazu, mich mit einem meiner Handtuecher zuzudecken, weshalb ich in dieser Nacht wieder nur etwa zwei Stunden schlief. Wenn man zittert schlaeft es sich naemlich nicht  so gut, muesst ihr wissen.
Nachdem auch diese Nacht ueberstanden war machten wir uns auf die letzte grosse Reise nach Dunedin, wo Anne wohnt und studiert. Zwei Zwischenstops wurden auch hier noch eingelegt:
Zuerst Oamaru, ein niedliches kleines Staedchen, in welchem man abends hervorragend Pinguine beobachten kann und anschliessend hielten wir bei den Moeraki Boulders. Von denen hat der ein oder andere vielleicht schonmal was gehoert. Hier liegen an einem recht unscheinbaren Strand etwa dreissig riesige, kugelrunde Felsbrocken die aussehen wie ueberdimensionierte Kanonenkugeln. Als haette ein Riesenkind einfach seine Glasmurmeln da fallen gelassen. So sieht das aus. Ich war wie immer fasziniert, wanderte zwischen den Felsen hin und her und ueberlegte, wie die wohl da hin gekommen sein koennten. Aber da bin ich sicher nicht die Einzige auf der Welt, die sich diese Frage stellt.
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Am Nachmittag erreichten wir dann Dunedin, die Endstation der gemeinsamen Reise von Anne und mir. Anne zeigte mir Stadt und Uni und ich traf Marius, was mich seltsamer Weise wahnsinnig freute. Es ist ein witzige Gefuehl, die Freunde zon zu Hause, die man frueher jeden Tag und jetzt schon so lange nicht mehr gesehen hat, hier am anderen Ende der Welt zu treffen.
Wir verabredeten uns jedenfalls fuers Kino am Abend und bis dahin wanderte ich noch etwas alleine durch die Stadt. EIn wunderschoenes Oertchen, wirklich, besonders beeindruckend finde ich den alten Bahnhof mit seinen Kachel- und Mosaikverzierten Waenden. Sollte jemand von euch mal nach Dunedin kommen: Verpasst nicht den Bahnhof!
Der Kinobesuch war dann der perfekte Tagesabschluss.
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Am naechsten Tag zeigten Juli, Marius und Karo mir ein bisschen die Umgebung, vor allem die Otago Peninsula, eine Halbinsel, welche direkt an Dunedin grenzt. Wir fuhren zur Sandfly Bay, einem wirklich schoenen Strand. Nur leider war das Wetter etwas rau, weshalb uns nach dem Abstieg ueber die Duenen allen etwas die Zaehne knirschten. Bei unserem Spaziergang am Strand entlang wurden wir von einem spielenden Seehundpaerchen begleitet, was den Spaziergang natuerlich nochmal besonderer machte.
Am Abend dieses zweiten Tages gingen wir Wernigeroeder alle standesgemaess zum Italiener, assen, tranken, lachten und hatten eine gute Zeit. Wie es sich eben so gehoert hier in Neuseeland.
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Der naechset war auch gleichzeitig mein vorerst letzter Tag in Dunedin. Es war irgendein riesiger Markt in der Innenstadt, und ich war mit Anne, Marius und Karo verabredet, da ein bisschen spazieren zu gehen und die verschiedenen Staende zu begutachten. Der Markt war wirklich voll mit Menschen und witzigen Staenden, es gab Essen, Trinken, Bratwurst und Sauerkraut, Handgemachtes, man konnte Losen, es gab Livebands etc etc. Kleines Highlight hier waren die zehn frischen Minidonuts, welche ich kurzerhand zu meinem Mittagessen machte. Aeusserst lecker.
Nach einem Einkauf fuhren wir alle in Marius‘ Wohnung, Salat vorbereiten und Zeit totschlagen, denn ab Abend waren wir alle zu Julis Geburtstag eingeladen.
Da sassen wir dann alle zusammen, tranken Mangovodka, assen Kuchen und Gegrilltes, spielten Billiard und Darts und hatten einen wie immer lustigen Abend, bevor ich wie erschlagen in mein Hostelbettchen fiel.
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Und am naechsten Tag ging es endlich auf nach Queenstown, aber was es da so zu erleben gab, DAS lest ihr im naechsten EIntrag 🙂
In diesem Sinne!
Alles Liebe,
Klara

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