Wellington Part I

Hallo ihr Lieben!

Da bin ich wieder, nach einer Woche, mit viel zu berichten und wenig Zeit, wie das immer so ist als Backpacker. Ach, und ich sitze an einer englischen Tastatur, hab mich in meiner Wartezeit mal in ein Internetcafe gesetzt, auch mal eine neue Erfahrung. Wundert euch also bitte nicht, falls hier und da mal ein Umlaut oder ein Sonderzeichen fehlt.

Erstmal bleibt zu berichten, dass mit der Busfahrt letztendlich doch noch alles gut gegangen ist. Nachdem wir alle vier Stunden an dieser Raststaette verbracht hatten, kam er dann irgendwann, der neue Bus. Ich hatte mich inzwischen mit einem kleinen Maorimaedchen angefreundet die mir stolz ihr neues Handy unter die Nase hielt. welches sie zu Weihnachten bekommen hatte. Weihnachten. Das ist immer noch so komisch, sich vorzustellen, dass die hier auch gerade erst Weihnachten hatten, schliesslich ist hier Sommer… nun gut. Anderes Ende der Welt eben, ne?
Ich landete also am selben Tag noch in Palmerston North, einer eher unaufregenden Stadt zwei Stunden vor Wellington, ich hatte berichtet, warum. WItziger Weise traf Anne auch nur eine halbe STunde nach mir ein, also haette ich meine Zeit genau so gut auf dem Parkplatz am Fusse des Tongariro-Crossings absitzen koennen. Haette haette Fahrradkette. Machen wir uns nichts draus.
Die Nacht in Palmerston North wuerde ich jetzt nicht gerade zu den Angenehmsten meines Aufenthaltes hier in Neuseeland zaehlen. Wir hatten einen kleinen Raum ohne Fenster, in den eben gerade noch unser Doppelstockbett und eine kleine Kommode passten, es gab kein Internet und die Hostelbesitzerin war das, was ich gerne als Oeko-Nazi bezeichne. Die stand immer einen halben Meter hinter einem (auch im Bad, was ich dann doch zuweilen eher verstoerend fand) und wurde beim kleinsten Regelversotoss ausfallend. Anne zum Beispiel hatte ihre Salatreste doch tatsaechlich in den falschen Muelleimer gekippt, was kommentiert wurde mit: „Ich werde richtig angepisst wenn Leute es nicht geschissen kriegen hier mal unsere Schilder zu lesen!“ In Ordnung, tut mir Leid, aber ICH werde richtig angepisst wenn Leute es nicht geschissen kriegen mich wie eine Erwachsene zu behandeln. Ich reg mich schonwieder auf, waehrend ich das hier tippe. SOllte ich nicht. Ist nicht gut fuers Herz.
Am Ende waren Anne und ich jedenfalls heilfroh, diesen Ueberwachungsstaat wieder verlassen zu duerfen und machten uns am naechsten Morgen guter Dinge auf den Weg nach Wellington. Das war ja jetzt nicht mehr besonders weit entfernt und ich freute mich richtig, mal wieder in einer grossen STadt zu sein. So viel habe ich hier schon gelernt: Ich habe es ja immer schon geahnt, doch waehrend dieser Reise hat es sich nur noch mehr bestaetigt: Ich muss in die Stadt. Klar, ich freue mich hier wahnsinnig ueber die Natur und die Straende und die Waelder und und und, aber ich hatte so sehr Stadtheimweh, dass meine Vorfreude auf Wellington doch schon unnatuerliche Ausmasse angenommen hatte.
Nach einer halben Stunde Zirkeln im neuseelaendischen Stadtverkehr hatten wir auch unser Hostel gefunden, unser Gepaeck abgeschmissen und machten uns auf den Weg zum ersten Touristenziel: Dem Mount Victoria Lookout, einer Aussichtsplattform auf dem Mount Victoria (und wieder freue ich mich ueber die eindeutige und nicht einmal im Ansatz verwirrende Namensgebung fuer Touristenziele hier in Neuseeland).
Einmal angekommen waren wir wie so oft umringt von Asiaten mit Selfie-Sticks, aber hatten einen wundervollen Ausblick auf das sonnenbeschienene Wellington. Die Stadt liegt ja direkt am Wasser, am suedlichen Ende der Nordinsel, und so dominierten selbst beim Blick auf die Hauptstadt des Landes noch die Farben Gruen und Blau. Die modernen Gebaeude brachen das Sonnenlicht und glitzerten im Tal zwischen den dicht bewachsenen Huegeln, und im Hafen schaukelten die Segelboote langsam auf den Wellen auf und ab. Nicht schlecht ihr Lieben, nicht schlecht.
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Als wir uns daran sattgesehen hatten parkten wir das Auto wieder unten in der Stadt und liefen zu unserem naechsten Ziel: Dem Te Papa Nationalmuseum. Das war mir damals schon von Inge waermstens ans Herz gelegt worden, und auch so schien man als guter Hauptstdttourist nicht an diesem Museum vorbeizukommen. Der Eintritt war kostenlos, also fackelten wir nicht lange und machten uns auf den Weg. Das Te Papa ist wie gesagt Nationalmuseum, riesig gross und liegt in einem modernen Gebaeude direkt am Wasser und direkt in der Innenstadt (hat man ja auch nicht so oft, diese Kombination). Und da gibt es ALLES.
Ausstellungen ueber die Maorikultur, die Entstehung der Erde, Flora und Fauna Neuseelands, den Hobbit (die Omnipraesenz dieser Filmreihe ist zuweilen schon etwas beaengstigend), moderne Kunst und und und. Alles wundervoll aufbereitet, auf sieben riesigen Stockwerken, und alles kostenlos. Nach zwei Stunden waren Anne und ich fix und alle und hatten gerade mal die Haelfte des Museums besichtigt, liessen uns also in die Cafesessel fallen und beschlossen, einfach am naechsten Tag nochmal wiederzukommen. Eine weise Entscheidung, wie ich im Nachhinein feststellen muss. Ich haette mich sowieso auf nichts mehr konzentrieren koennen.
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Was ich uebrigens sehr faszinierend fand war, dass das Te Papa das einzige Museum weltweit ist, welches einen echten Riesenkalmar ausstellt. Ihr wisst schon, diese monstroesen Krakendinger mit fussballgrossen Augen mit denen man eigentlich lieber nichts zu tun haben moechte. So ein Ding liegt da rum, eingelegt in Formaldehyd, versteht sich, aber immernoch sehr gross und sehr ekelig. Wollt ich nur mal festgehalten haben.
Nach diesem Museumsbesuch kauften wir noch eben im nahe gelegenen Supermarkt etwas zum Abendessen ein und schleppten uns dann mit letzter Kraft aufs Hostelzimmer, wo ausser Essen und Schlafen nicht mehr viel passierte. Mit uns im Zimmer lag noch ein britisches Paerchen, welches es sich zur Aufgabe gemacht hatte, das gesamte Zimmer mit lauter Musik zu begluecken, was das Schlafen erstmal etws schwierig gestaltete, aber irgendwann begriffen die Beiden dann auch, dass so ein Macbook einen Anschluss fuer Kopfhoerer hat.
Und wie es am naechsten Tag in Wellington weiterging, gibt es im naechsten Post zu lesen.

Bis dahin!

Alles Liebe,
Klara

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