Hué Part II

Den kommenden Tag in Hué verbrachten wir mit einer rechr unspektakulären Mischung aus Sightseeing, Motorrad fahren und essen. Hauptattraktion war die verbotene Stadt, die Anlage, in der sich der alte Königspalast befindet. Hué war nämlich vor nicht allzu langer Zeit mal Hauptstadt Vietnams, weshalb es sich das gesamte, jetzt antiquierte, könligliche Anwesen auch heute noch im Herzen der Stadt gemütlich macht.

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Wir hatten uns auf unseren motorisierten Gefährten dorthin begeben, um gute Touristen zu sein, gaben jedoch nach einer Stunde des Herumwanderns auf. Unsere europäische Ethnie machte es uns leider unmöglich, bei den vorherrschenden Temperaturen von 41°C und wolkenlosem Himmel auch nur einer Minute länger in der schattenlosen Palastanlage zu verweilen. Ich hatte sowieso andere Sorgen, in Form zweier stark nässender Brandwunden an meinen Unterschenkeln. Woher die kamen? Von eigener Blödheit. So. Will heißen:

Brandwunde links: Stan parkt links neben mir, ich steige ab, klappe den Ständer an meinem Roller runter und lasse den Roller in meine Richtung kippen. Mache dabei einen Schritt zurück, doch dieser Bewegung gebietet der glühend heiße Auspuff von Stans Honda Win jäh Einhalt. Mein Bein verbrennt. Ich fluche. Ich fluche weiter, und halte einen Vortrag darüber, wie doof man eigentlich sein kann, sich das Bein so krass an einem verdammten Auspuff zu verbrennen. Dann fahren wir weiter. Zehn Minuten später, folgendes Szenario:

Brandwunde rechts: Stan parkt links neben mir, ich steige ab, klappe den Ständer an meinem Roller runter und lasse den Roller in meine Richtung kippen. Mache dabei einen Schritt zurück, doch dieser Bewegung gebietet der glühend heiße Auspuff von Stans Honda Win jäh Einhalt. Mein Bein verbrennt. Ich fluche. Ich fluche weiter, und halte einen Vortrag darüber, wie doof man eigentlich sein kann, sich das Bein so krass an einem verdammten Auspuff zu verbrennen – UND DAS ZUM ZWEITEN MAL IN 10 MINUTEN. 

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Nach dieser Aktion hatte ich jedenfalls die Hoffnung, dass dieser Tag ein durchweg guter Tag werden könnte, bereits aufgegeben, weshalb mich die backofenähnlichen Temperaturen in der verbotenen Stadt auch nicht mehr sonderlich enttäuschten. Wir fuhren zur Apotheke, dann an einer alten Burganlage vorbei, und dann in ein vegetarisches Restaurant. Denn wenn gar nichts mehr geht, geht ja immer noch Essen.

In dem Restuarant unserer Wahl erfreuten wir uns sehr an den abenteuerlichen Übersetzungen der Gerichte. Wagemutig bestellten wir „Fried Bumps“ und unseren Favoriten „Predestined twelve unseperated affinity“ ohne eine Ahnung zu haben, was uns da wohl gleich vorgesetzt werden könnte. Als das Essen dann serviert wurde, hatten wir immer noch keine Ahnung, was uns da vorgesetzt worden war. Aber geschmeckt hat’s. So viel kann ich sagen.

Wir wetterten den Rest der Mittagshitze im Hotelzimmer ab und zogen erst zum Abendessen wieder los. Doch vorher mussten wir noch zum Strand, Sonnenuntergang gucken. Und das hat sich sicher gelohnt:

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Witziger Weise trafen wir in der Stadt dann zum FÜNFTEN MAL zufällig auf unser Lieblingspärchen, Adam & Georgia aus England. Bisherige Treffpunkte waren: Der Bus von Phnom Penh nach Sihanoukville (Kambodscha), der Bus von Saigon nach Dalat, Nha Trang, Hoi An und nun schließlich Hué. Darauf musste einer getrunken werden. Da führte kein Weg mehr dran vorbei.

Ich fasse zusammen: Der Abend endete damit, dass Esther, Dan, Stan & ich in einem privaten Raum einer Bar bis tief in die Nacht lauthals „Ra Ra Rasputin“ in die Karaokemaschine brüllten. Man soll nicht mit Russen trinken. Notiz an mich selbst.

Am nächsten morgen fuhren meine drei Begleiter recht früh mit ihren Motorrädern los. Ja, richtig. Alle drei. Esther hatte sich spontan ebenfalls eine Honda Win zugelegt und sich dazu entschieden, dem Roadtrip der Jungs beizuwohnen. Ich hingegen hatte den riesigen blauen Fleck und die zwei furchtbar ekelig aussehenden Brandwunden an meinen Beinen betrachtet und es für gut befunden, lieber keinen Roller zu kaufen. Stattdessen genoss ich den Late Check-Out Service des Hotels, wanderte durch die vollen Straßen Hués, genoss ein super Mittagessen und setzte mich schließlich irgendwann in einen Bus Richtung Phong Nha – Ke Bang Nationalpark. Ich vermisste das alleine sein. Sehr sogar.

Um 9 Uhr abends hielt mein Bus direkt vor dem Hostel, in dem Esther und die Jungs bereits eingecheckt und ein Vierbettzimmer reserviert hatten. Ich aß Abendbrot – Tofu süß-sauer – und fiel dann ins Bett. Ich war fix und alle.

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